Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Raum und Geschlecht
Nicht nur Toiletten werden in einem scheinbar -eindeutig- zweigeschlechtlichen System in unterschiedliche Räume unterteilt, sondern auch viele weitere (Sozial)Räume werden von Menschen ganz unterschiedlich gemacht, angeeignet, verändert und immer auch vergeschlechtlicht codiert. Die Identitätskategorie -Geschlecht- kann beispielsweise einerseits als sozialer...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenNicht nur Toiletten werden in einem scheinbar -eindeutig- zweigeschlechtlichen System in unterschiedliche Räume unterteilt, sondern auch viele weitere (Sozial)Räume werden von Menschen ganz unterschiedlich gemacht, angeeignet, verändert und immer auch vergeschlechtlicht codiert. Die Identitätskategorie -Geschlecht- kann beispielsweise einerseits als sozialer und räumlicher Platzanweiser gedacht werden (bspw. im Sinne von -Haus-Frau-) andererseits können auch spezifische Körperbilder als geschlechtlich codierte geopolitische Referenzpunkte auftreten (der schwarze männliche Körper als Referenz für Flüchtende aus der sog. -Dritten Welt- oder -Afrika- und der daran anknüpfenden Debatten um Grenz-Regime).
In diesem Seminar wollen wir auf der Grundlage von unterschiedlichen Texten (z.B. Arbeiten theoretischer Ausrichtung bspw. von Simmel, Foucault, Bourdieu, Massey sowie auch anwendungsbezogenen Beiträgen) gemeinsam diesem Wechselverhältnis von -Raum- und -Geschlecht- nachgehen.
Wir wollen dabei aber nicht die Frage stellen, was -Raum- und -Geschlecht- sind, sondern fragen, wie -Raum- in seiner Geschlechtlichkeit und -Geschlecht- in seiner Verräumlichung in der Soziologie bisher gedacht und konstruiert worden sind. Ausgehend von einer jahrelangen -Raumvergessenheit- (Schroer 2012: 17) der Soziologie soll im Seminar auf den in den letzten Jahren immer mehr Beachtung findenden -spatial turn- in den Sozialwissenschaften (Döring/Thielmann 2008) eingegangen werden. Es soll gemeinsam herausgearbeitet werden, welche verschiedenen Möglichkeiten existieren -Raum- zu denken – also nach den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von verschiedenen Raumkonzepten und Raumvorstellungen zu fragen – um diese anschließend in ihren Verschränkungen zu -Geschlecht- zu diskutieren.
Die Studierenden werden gebeten an dem in Kassel stattfindenden Symposium -Gendered Spaces – Spatialized Gender. Synthese und Perspektiven der Konstitution von Raum und Geschlecht- (24.-.26. Oktober 2013, Kassel, Gießhaus) teilzunehmen. Mehr dazu in der ersten Seminarsitzung!
Der genaue Seminarplan wird in der ersten Seminarsitzung am 18.10. besprochen. Dabei dürfen die Teilnehmenden auch gerne eigene Interessen und Themenvorschläge zur Seminargestaltung einbringen!
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2013/14
Politik und Wirtschaft
Dülcke Dana