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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Räume die Truman John und Grace bewohnen

Stalker (1979) von Andrej A. Tarkovskij, Lost Highway (1997) von David Lynch, The Truman Show (1998) von Peter Weir, Being John Malkovich (1999) von Spike Jonz, Ausländer raus! Schlingensiefs Container (2001) von Paul Poet, Russian Ark (2002) von Alexander Sokurov,...

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Stalker (1979) von Andrej A. Tarkovskij, Lost Highway (1997) von David Lynch, The Truman Show (1998) von Peter Weir, Being John Malkovich (1999) von Spike Jonz, Ausländer raus! Schlingensiefs Container (2001) von Paul Poet, Russian Ark (2002) von Alexander Sokurov, Dogville (2003) von Lars von Trier und Caché (2005) von Michael Haneke stehen im Zentrum des Seminars. Die Filme thematisieren Raum auf unterschiedliche Weise und bedienen sich mit Science-Fiction, Thriller, Komödie und Dokumentation verschiedener Genres. In den Beispielen geht es sowohl um Räume als kulturelles Gedächtnis und die Lokalisierung von Erinnerung, als auch um Überwachung und soziale Kontrolle, was das Spannungsfeld zwischen dem privaten und dem öffentlichen Raum berührt. So erzählt Peter Weir die Geschichte von Truman Burbank, der in einem Filmset lebt, in dem eine dokumentarische Soap Opera aufgezeichnet wird. Der Darsteller ist durch die Medien im künstlichen Lebensraum gefangen. Bei Spike Jonz geht es um Identität und Erinnerung, zu denen es einen räumlichen Zugang gibt: Im Stockwerk 7½ eines Bürogebäudes befindet sich eine Tür, die in den Kopf von John Malkovich führt. Mit Kreide sind die Grundrisse der Häuser auf den Boden gemalt und deuten so das Dorf Dogville an, in dem Grace Unterschlupf sucht. Der Film, den von Trier wie ein Theaterstück inszenierte, zeigt die Schwierig-keiten der Fremden, im konkreten und übertragenen Sinn Raum in der Gemeinschaft zu finden. Die Dokumentation von Paul Poet zeigt, wie Christoph Schlingensief in seiner Wiener Aktion Bitte liebt Österreich nach dem Vorbild der Fernsehserie Big Brother von Schauspielern gespielte Asylbewerber aus Containern voten ließ. Sowohl bei David Lynch als auch bei Michael Haneke wird der private Wohnraum durch anonyme Videos bedroht, auf denen das Haus der Empfänger der Aufnahmen zu sehen ist. Andrej Tarkovskij thematisiert eine Zone, in der sich der -Raum der Wünsche- befindet. Alexander Sokurov, ebenfalls in Russland geboren, erzählt eine Geschichte, die in den Sälen der St. Petersburger Eremitage spielt. Dabei wird kein einziger Schnitt gesetzt, so dass sich die unterschiedlichen Epochen der Zeitreise im filmischen Raum vereinen. Einen kontrastreichen Exkurs hierzu bietet der Kurzfilm Communal residence (2002) von Alina Rudnitskaya, der Einblick in das sowjetische Konzept der Gemeinschaftswohnungen, der sogenannten -Komunalkas- gibt. Ergänzend werden zeitgenössische Kunstwerke behandelt, in denen auf in Kinofilmen gezeigte Räume zurückgegriffen wird: Mit der installativen Arbeit The Secret hotel (2005) haben Janet Cardiff und George Bures Miller einen Raum nachgebaut, der Stanley Kubricks Shining (1980) entstammt. Die Videoinstallation Horror Chase (2002) von Jennifer und Kevin McCoy basiert wiederum auf einer Szene aus Samuels Raimis Horrorfilm Evil Dead 2 (1982) und wurde in einem dem Set nachempfundenen Raum gedreht. In Pierre Huyghes Doppelprojektion The Third Memory (1999) geht es um die Erinnerungen eines Bankräubers. John Wojtowicz stellt mit Statisten seine Tat in einem Sidney Lumets Dog Day Afternoon (1975) nachgebildeten Raum nach, in dem wiederum sein eigener Überfall verfilmt wurde. Teresa Hubbard / Alexander Birchler thematisieren die Beziehung der Stadt Paris, Texas zum gleichnamigen Film von Wim Wenders aus dem Jahr 1984, der sie berühmt machte, ohne sie zu zeigen. Im Video Grand Paris Texas (2008) stehen das kommunale Kino und eine beschädigte Leihkassette des Wenders-Films im Mittelpunkt. Bevor Raum in Videokunst, Dokumentationen und Spielfilmen, in denen er als menschlicher Wohnraum sowie als psychischer Raum in Erscheinung tritt, behandelt wird, soll grundsätzlich in die Raum-Thematik eingeführt werden, indem u.a. folgende Texte diskutiert werden: Anz, Thomas: -Raum als Metapher. Anmerkungen zum 'topographical turn' in den Kulturwissenschaften-. Unter: http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=11620&ausgabe=200802 Dünne, Jörg: -Forschungsüberblick ‚Raumtheorie'-, November 2004. Unter: http://www.raumtheorie.lmu.de/Forschungsbericht4.pdf von Bose, Herbert: -Raumaufgabe. Untersuchungen zum Bedeutungsträger Raum in der Gegenwartskunst-, S.299-320. In: Hille, N./Müller, M. (Hg.): Zeiten - Sprünge. Aspekte von Raum und Zeit in der Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Regensburg: Schnell + Steiner, 2007 Gallée, Heinz Bruno: Vom Raumbild zum Bildraum: Gedanken und Skizzen aus der Praxis der Bühnenbildgestaltung. Wien [u.a.]: Böhlau, 1992 Günzel, Stephan: -Einführung: spatial turn, topographical turn, topological turn-. Unter: www.stephan-guenzel.de/Material/Guenzel_Topologie-Einfuehrung.pdf Bemerkung Modulzuordnung: Kunstwissenschaft: Modul I, IV, V, VIII Kunstpädagogik: L 1: Modul 2, 6 oder 7; L 2: Modul 3, 12 oder 13; L 3: Modul 4, 12 - 16, 24 Senden Sie mir bitte bis zum 3.5. folgende Angaben für den E-Mail-Verteiler zum Seminar: Betreffzeile: Verteiler Truman, John und Grace Name, Telefonnummer, Handynummer und dahinter die E-Mail-Adresse. Bsp.: Susie Sonnenschein, 01234 / 5678, 01723 / 9101112, susie_sonnenschein@web.com Kunsthochschule Kassel Uni Kassel SS 2009 Lehrveranstaltungspool FB 20 M.A. Auel Anne Kathrin M.A