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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Terrorismus und politische Gewalt seit dem ausgehenden 19 Jahrhundert

Terrorismus ist zu einem der meist verwendeten politischen Kampfbegriffe der Gegenwart geworden. Gilt Terrorismus auf der einen Seite als die neue Geißel der Menschheit schlechthin, dient er auf der anderen Seite als Rechtfertigung für jede erdenkliche Art von Maßnahmen, um...

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Terrorismus ist zu einem der meist verwendeten politischen Kampfbegriffe der Gegenwart geworden. Gilt Terrorismus auf der einen Seite als die neue Geißel der Menschheit schlechthin, dient er auf der anderen Seite als Rechtfertigung für jede erdenkliche Art von Maßnahmen, um Freiheitsrechte im Namen der Sicherheit einzuschränken. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit der Begriff Terrorismus analytisch überhaupt verwendbar ist, da eine klare, allseits anerkannte Definition nicht existiert. Im Sinne einer Arbeitsdefinition wird in dem Seminar davon ausgegangen, dass Terrorismus eine spezifische Form politischer Gewalt ist, die nicht zuletzt mit einer gezielt Schrecken verbreitenden politischen Botschaft verbunden ist, die es im konkreten Fall jeweils zu entschlüsseln gilt. Im Einklang mit der Forschung wird in den anarchistisch motivierten Anschlägen des ausgehenden 19. Jahrhunderts der Beginn des modernen Terrorismus gesehen, der seit den ausgehenden 1960er Jahren eine neue Dimension erlebte und in aller Regel transnationale Bezüge aufweist. Ziel des Seminars ist es, sich ausgehend von einer Auseinandersetzung der Problematik des Begriffs dem Phänomen über unterschiedliche Fallbeispiele zu nähern. Dabei ist vorgesehen sich zunächst mit den anarchistischen Anschlägen des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu befassen. Hier könnten insbesondere französische und spanische Fallbeispiele eine Rolle spielen. Anschließend werden die unterschiedlichen Formen des Linksterrorismus und des nationalistischen bzw. separatistischen Terrorismus in den 1960er, 70er und 80er Jahren im Mittelpunkt stehen. Hier bietet sich neben der Auseinandersetzung mit dem deutschen, italienischen und französischen Linksterrorismus insbesondere die Beschäftigung mit der ETA oder der IRA an. Waldmann, Peter, Terrorismus. Provokation der Macht, München 1998; ders., Determinanten des Terrorismus, Weilerswist 2009 FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2016 Französisch Europäische Geschichte Prof. Dr. Requate Jörg