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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Theorien des gerechten Krieges

Wenn die Regierung von Afghanistan es Terroristen ermöglicht sich zu verstecken, weitere Terroristen anzuwerben und auszubilden, Waffen anzusammeln, Anschläge zu planen und dann auch durchzuführen, haben dann andere Länder das Recht gegen Afghanistan mit Waffengewalt vorzugehen, um Terrorakte gegen die...

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Wenn die Regierung von Afghanistan es Terroristen ermöglicht sich zu verstecken, weitere Terroristen anzuwerben und auszubilden, Waffen anzusammeln, Anschläge zu planen und dann auch durchzuführen, haben dann andere Länder das Recht gegen Afghanistan mit Waffengewalt vorzugehen, um Terrorakte gegen die eigene Bevölkerung (präventiv) zu verhindern? Wenn in der Region Dafur im Sudan über Jahre hinweg Millionen Menschen vertrieben und Hunderttausende ermordet werden, haben dann andere Staaten das Recht auch mit militärischen Mitteln zu intervenieren, wenn die Regierung des Landes nichts gegen Mord und Vertreibung tun will oder kann oder gar den Mord an der eigenen Bevölkerung betreibt? Gibt es gerecht(fertigt)e Kriege? Gibt es ein Recht auf die oder gar eine Pflicht zur so genannten humanitären Intervention? Diese und ähnliche Fragen, wie z.B. diejenige, ob, wenn Kriege gerechtfertigt sein können, es nicht auch Terrorakte sein können, oder diejenige, ob der Pazifismus aus moralphilosophischer Sicht haltbar ist, stehen im Mittelpunkt dieses Seminars. Darüber hinaus wird neben dem ius ad bellum (Recht zum Krieg) auch das ius in bello (Recht im Krieg) behandelt, wenn es um das Problem von so genannten Kriegsverbrechen geht. Anhand klassischer (Augustinus, Thomas von Aquin, Francisco de Vitoria, Emer de Vattel, Hugo Grotius und Kant) und zeitgenössischer Texte (Walzer, Nagel, Bittner, Valls u. a.) sollen die oben aufgeworfenen Fragen behandelt werden. Ein Reader mit der Seminarliteratur wird in Form einer Kopiervorlage bereitgestellt. Einige der Seminartexte sind in englischer Sprache. FB 01 Institut für Philosophie Uni Kassel WiSe 2010/11 Philosophie Dr. Schnitker Jens