Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Thomas Hobbes Leviathan
Thomas Hobbes
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenThomas Hobbes' -Leviathan- von 1651 ist einer der wichtigsten Texte der politischen Philosophie. Bis heute werden die dort von Hobbes vertretenen Thesen intensiv diskutiert und dies nicht mehr nur in der politischen, sondern auch in der Moralphilosophie.
Hobbes geht im -Leviathan- der Frage nach, wie politische Herrschaft legitimiert werden kann. Er beginnt seine Darstellung mit bestimmten anthropologischen Grundannahmen, die oft in dem Bild eines rationalen, von Leidenschaften getriebenen Egoisten zusammengefasst werden. Sein Menschenbild führt Hobbes zu der berühmten Darstellung vom vorstaatlichen und vorrechtlichen Naturzustand, in dem ein -Krieg aller gegen alle- herrsche und schließlich zur Überwindung dieses Zustands in einem wechselseitigen Vertrag, der seines Erachtens erst politische Herrschaft legitimiert.
In dem Seminar sollen die Schritte der Argumentation im Einzelnen nachvollzogen werden. Wir konzentrieren uns dabei auf Passagen aus dem ersten Buch -Vom Menschen / Of Man- und dem zweiten Buch -Vom Staat / Of Commonwealth-. In ihnen legt Hobbes seine für die neuzeitliche politische Philosophie von Locke über Rousseau zu Kant einfluss- und folgenreiche kontraktualistische Theorie dar.
Hobbes macht prominent darauf aufmerksam, wie -notwendig es für jedermann ist, der nach wahrem Wissen strebt, die Definitionen der früheren Autoren zu prüfen und sie entweder zu verbessern, wenn sie unsorgfältig aufgestellt sind, oder sie selbst aufzustellen.- Dieser Aufgabe werden wir uns in dem Seminar stellen.
Textgrundlage:
Hobbes, Thomas, Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates, übers. v. W. Euchner, kommentiert v. L.R. Waas, Berlin: Suhrkamp 2011 (Studienbibliothek Band 18). Sie können auch antiquarisch die Gesamtausgabe des Textes beziehen, die ebenfalls bei Suhrkamp erschienen ist und von W. Euchner übersetzt wurde. Gerne können Sie auch mit einer der vielen, günstigeren Ausgaben des englischen Originals arbeiten. Hier sind besonders die Ausgaben bei Cambridge (hg. v. R. Tuck), Hackett (hg. v. E. Curley) und Norton (hg. v. R. E. Flathman und D. Johnston) zu empfehlen.
-
Zur Einführung:
Ludwig, Bernd, -Thomas Hobbes – Recht, Unrecht und die Selbstverpflichtung des Menschen-, in: Klassiker der Philosophie heute, hrsg. v. A. Beckermann und D. Perler, Stuttgart: Reclam 2004, S. 251-271.
Newey, Glen, Routledge philosophy guidebook to Hobbes and Leviathan, London: Routledge, 2008.
Tuck, Richard, Hobbes, übers. v. Skadi Krause u. Karsten Malowitz, Freiburg i. Br.: Herder 1999. [Original 1989 bei Oxford University Press].
FB 02 Institut für Philosophie
Uni Kassel
WiSe 2014/15
Philosophie
Dr.
Schnitker Jens