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Uni-Hannover
14. März 2017

Thomas Mann

Thomas Mann (1875–1955) hat sein umfängliches und literaturgeschichtlich bedeutsames Werk mit großer Akribie geschaffen. Selbstverordnete Schreibzeiten, kalte Duschen am Morgen, eine soldatische ‚Haltung‘ dem eigenen kreativen Prozess gegenüber – den ‚Leistungsethiker‘, den Thomas Mann in seinem Werk mehrfach beschreibt, möchte...

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Thomas Mann (1875–1955) hat sein umfängliches und literaturgeschichtlich bedeutsames Werk mit großer Akribie geschaffen. Selbstverordnete Schreibzeiten, kalte Duschen am Morgen, eine soldatische ‚Haltung‘ dem eigenen kreativen Prozess gegenüber – den ‚Leistungsethiker‘, den Thomas Mann in seinem Werk mehrfach beschreibt, möchte man auch in ihm selbst erkennen. Produkt dieser (inszenierten) Arbeitshaltung ist ein komplexes Gefüge aus Werkstrategie, sorgfältiger literarischer Komposition und intertextuellen Verweisen – ein diffuses und weites Feld, das Thomas Mann immer wieder schlicht als das ‚Geistige‘ bezeichnet. Ob es sich nun um eine nächtliche Schopenhauervision, hunderte Seiten umfassende kulturtheoretische Diskussionen zwischen einem Jesuiten und einem Freimaurer, verbotene Erotik, pseudowissenschaftlichen Okkultismus, Freud, Nietzsche, Wagner, Goethe, Tolstoi oder generell um die Rolle des Schriftstellers im Krieg oder in der ‚modernen‘ Gesellschaft handelt – oftmals scheint es so, als müsste man sich als Leser auch eine soldatische ‚Haltung‘ angedeihen lassen, um Thomas Manns Texten überhaupt beizukommen. Easy reading ist etwas anderes. Aber gleichzeitig macht nicht zuletzt diese Vielfalt des inkorporierten Wissens den Reiz der Lektüre aus. Das geplante Seminar versteht sich als Hilfe und Einstieg in eine gelungene Thomas Mann-Lektüre. In der ersten Hälfte des Semesters werden wir uns mit den -Buddenbrooks- auseinandersetzen, den Roman Stück für Stück aufschlüsseln und seine literatur- und geistesgeschichtlichen Hintergründe beleuchten. In der zweiten Hälfte wenden wir uns dann verschiedenen Erzählungen zu (-Tristan-, -Tonio Kröger-, -Mario und der Zauberer-), aber auch Essayistisches über Kultur (Schopenhauer und Wagner) sowie Politik (-Weltfrieden?- zum Ersten Weltkrieg; die Rundfunkansprachen an -Deutsche Hörer!- aus Amerika in den 1940er Jahren) soll Gegenstand des Seminars sein. So soll der Vielfältigkeit eines Werks, das in einem Semester nur in Ansätzen zu erschließen ist, Rechnung getragen werden. Die endgültige Auswahl der Lektüre erfolgt während des Seminars. Das Seminar richtet sich hauptsächlich an Studierende, die noch wenig oder keine Erfahrung mit Thomas Manns Texten gemacht haben. Bitte lesen Sie trotzdem vorbereitend schon die -Buddenbrooks-, damit alle TeilnehmerInnen zu Beginn des Seminars auf dem gleichen Stand sind und die Analyse nicht auf der Handlungsebene stecken bleibt. SL: Kurzessay; PL: HA. Deutsch, Master LbS Teilnehmerzahl: 30. Universität Hannover WiSe 2016/17 Deutsch, Bachelor Tech. Edu. Gelker Nils