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Uni-Essen
14. März 2017

Seminar Übung Modelle der Konstruktionsgrammatik Anwendung

Grammatik zu verstehen ist grundlegend sowohl für jedwede wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache als auch für jegliche Form des sprachorientierten Unterrichts. Dabei ist Theoriebildung unerlässlich. Vor allem für angehende Lehrerinnen und Lehrer ist Grammatik jedoch in der Regel ein rotes Tuch....

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Grammatik zu verstehen ist grundlegend sowohl für jedwede wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache als auch für jegliche Form des sprachorientierten Unterrichts. Dabei ist Theoriebildung unerlässlich. Vor allem für angehende Lehrerinnen und Lehrer ist Grammatik jedoch in der Regel ein rotes Tuch. Ziel des Seminars soll es daher sein, ‚Berührungsängste‘ mit Grammatik bzw. mit Grammatikmodellen und -theorie abzubauen. Im Fokus sollen dabei neue Modelle der Konstruktionsgrammatik stehen. Der Begriff Konstruktionsgrammatik bezeichnet eine Familie unterschiedlicher Grammatikmodelle, in denen der Begriff der Konstruktion zentral ist, welcher die traditionelle Grenze zwischen Syntax und Lexikon überwindet. Einige dieser Ansätze - wie bspw. die Usage-Based Construction Grammar - ermöglichen aufgrund der empirischen Rückkoppelung der Modellbildung sowie der Berücksichtigung der konkreten Sprachpraxis einen im ersten Schritt in gewisser Weise intuitiveren Zugang zu Sprache und Sprachstrukturen als bspw. Modelle der (Chomskyschen) generativen Grammatik. Zugleich knüpfen Ansätze wie bspw. die Fluid Construction Grammar an computerlinguistische Ansätze und Werkzeuge an. Insgesamt biete die Auseinandersetzung mit neueren Modellen der Konstruktionsgrammatik die Möglichkeit, ausgehend von einigen allen Ansätzen gemeinsamen Grundannahmen das Themenfeld Grammatik in viele verschiedene Richtungen auszuloten. Im Seminar ‚Modelle der Konstruktionsgrammatik (Theorie)‘ werden zu genau diesem Zweck verschiedene solcher Ansätze erschlossen und diskutiert. Das Seminar ‚Modelle der Konstruktionsgrammatik (Praxis)‘ versteht sich schließlich als Partner-Seminar zu ‚Modelle der Konstruktionsgrammatik (Theorie)‘. Im Rahmen der Veranstaltung sollen praktische Kenntnisse vermittelt werden, die zum Gebrauch und Verständnis von Grammatik-Theorien nützlich sind. Darunter fällt unter anderem die Handhabung von Formalismen, die in mehreren Modellen (auch außerhalb der Konstruktionsgrammatik) verwendet werden (z.B. getypte und ungetypte Merkmalstrukturen) und Hintergründe zur Idee der formalen Modellierung und symbolischen Berechnung im Bereich der Kognitionswissenschaft und Computerlinguistik einerseits sowie die praktische Anwendung der Analysen in Korpus-Studien und Grammatik-Implementation andererseits. Vorkenntnisse in Programmierung oder in Mathematik jenseits der 12. Jahrgangsstufe sind für das Seminar keine notwendige Voraussetzung. Nützlich wäre jedoch eine grundlegende Aufgeschlossenheit gegenüber der Verwendung von moderner Informations-Technik und Formalismen und die Bereitschaft zur Lektüre englischer Texte. Germanistik Universität Duisburg-Essen WiSe 2015/16 Lanwer Jens