Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Übung Punctus kontra punctum
Modul L1/2 A, B Modul L2/3 A, B Modul L3/1 B, 3 A Der Kurs richtet sich vornehmlich an Erstsemester bzw. Studierende im Grundstudium. Terminangaben am Ende des Kommentars. Bitte beachten!!!!!!!! Einem zirkelhaften -Konditionstraining- gleich sollen die verschiedenen musikalischen Verhaltensweisen...
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Jetzt Lernplan erstellenModul L1/2 A, B
Modul L2/3 A, B
Modul L3/1 B, 3 A
Der Kurs richtet sich vornehmlich an Erstsemester bzw. Studierende im
Grundstudium. Terminangaben am Ende des Kommentars. Bitte beachten!!!!!!!!
Einem zirkelhaften -Konditionstraining- gleich sollen die verschiedenen
musikalischen Verhaltensweisen (blattsingen, spielen, schreiben, lesen und
hören) wechselseitig aufeinander bezogen werden, so dass sie sich im
Idealfall gegenseitig befruchten können. Der Ansatz gründet auf der
Erfahrung, dass aktives Hören, Singen und Spielen (eines Instrumentes)
wesentlich die -theoretische- Durchdringung von musiktheoretischen und
kompositorischen Sachverhalten fördert, mit anderen Worten: Dass man nur das
theoretisch verstanden hat, was man -begriffen-, d.h. auch sinnlich in einem
elementaren Akt der Aneignung -erfasst- hat.
Die Wurzeln der abendländischen Musik liegen in der Vokalmusik. Sie konstituiert sich durch jeweils einzelne Stimmen, die in stilistisch charakteristischer Weise zueinander in Beziehung treten. Dies erscheint vielleicht zunächst lapidar zu sein. Doch ist dieser Sachverhalt durchaus nicht im allgemeinen Bewußtsein - auch nicht von Musikern - verankert.
Im -klassischen- Kompositionsunterricht ging es stets um die Linearität, um Melos und das Verhältnis der Stimmen jeweils zueinander, schlicht um Kontrapunkt. Erst eine sich an Konservatorien und Musikhochschulen im 19. Jahrhundert akademisch verselbständigende Harmonielehre- gelegentlich auch emphatisch als -Wissenschaft von der Harmonie- bezeichnet - verstellte den Blick auf diesen zutiefst musikalischen Zusammenhang und substituierte im Unterricht die Gestaltung von gleichberechtigt am musikalischen Geschehen beteiligten melodischen Linien durch die mehr oder weniger mechanische Fortschreitung von Akkord zu Akkord.
Im 16. Jahrhundert steht die Vokalpolyphonie in voller Blüte. Das beginnende Jahrhundert ist mit dem Namen Josquin und das ausgehende mit dem Namen Palestrina verbunden. Innerhalb des Seminars werden einerseits ausgeählte Werke dieser beiden Komponisten analysiert und andererseits die an Hand der Analyse gewonnen Erkenntnisse in zweistimmig polyphonen Tonsätzen angewandt. Beide Methoden werden also wechselseitig aufeinander bezogen.
Spezielle Schwerpunkte der Tonsatzunterweisung bilden: Melodielehre, Intervallkonstellationen, Dissonanzbehandlung, Modalität und Klausellehre (clausula est ornatus in musica).
12.10.10: erster Tag: 16.00 -19 Uhr
Danach immer: 9:00-18:00 Uhr. In den Rändern nur in wechselnden Kleingruppen.
16:10.10: letzter Tag: 10-12 Uhr
Montag 18.10.10: 8:00 Klausur
Knud Jeppesen, Kontrapunkt, Leipzig 19643ff.
Diether de la Motte, Kontrapunkt, Kassel 1981
Thomas Daniel, Kontrapunkt - Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, Köln 2002 Literatur:
Gehörbildung:
Kühn, Clemens, Gehörbildung im Selbststudium, Kassel 1983
Schaper, Heinz-Christian, Gehörbildung compact, Teil I: Grundlagen und
Übungen, Mainz 1989
Allgemeine Musiklehre:
Hammaleser, Lisl, Übungsprogramm Musiklehre compact, Definitionen, Aufgaben,
Tests, Mainz 1982 (für Anfänger und Kursteilnehmer mit Grundkenntnissen)
Hempel, Christoph, Neue Allgemeine Musiklehre, Mainz 1997
Hirsch, Hans Ludwig und Weigmann, Jürgen, Programmierte Einführung in die
Allgemeine Musiklehre, Regensburg 1979 (für Anfänger und Kursteilnehmer mit
Grundkenntnissen)
Schaper, Heinz-Christian, Musiklehre compact, Grundwissen und Übungen, Mainz
1982 (für Anfänger und Kursteilnehmer mit Grundkenntnissen)
FB 01 Institut für Musik
Uni Kassel
WiSe 2010/11
Musik
FB 01 Institut für Musik
Prof. Dr.
Bischoff Bodo