Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Willensfreiheit Kosmologie Geschichte Das Problem der göttlichen Vorsehung in der Neuzeit
Kümmert sich Gott um seine Welt und das Schicksal seiner Geschöpfe? Hat Gott möglicherweise einen Heilsplan, den er in seiner Schöpfung verwirklichen will? Was aber bedeutet dann die Existenz des Übels in der Welt? Oder ist die Welt überhaupt ziellos...
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Jetzt Lernplan erstellenKümmert sich Gott um seine Welt und das Schicksal seiner Geschöpfe? Hat Gott möglicherweise einen Heilsplan, den er in seiner Schöpfung verwirklichen will? Was aber bedeutet dann die Existenz des Übels in der Welt? Oder ist die Welt überhaupt ziellos sich selbst überlassen? Angesichts des neuzeitlichen Umbruchs vom geschlossenen Kosmos zum unendlichen Universum drängen sich Probleme dieser Art besonders auf. Dabei geht es nicht nur um die allgemeine Neubestimmung der Kernbereiche göttlicher Vorsehung wie beispielsweise Kosmologie, Anthropologie und Geschichte. Zur Diskussion stehen vielmehr konkrete Fragen wie die das Wesen der Naturgesetze, die Möglichkeit menschlicher Willensfreiheit, die Existenz des Bösen in der Welt oder der Sinn geschichtlicher Abläufe, die den neuzeitlichen Bedingungen gemäß thematisiert und durchdacht werden müssen. Vor diesem Hintergrund entwickelt der Naturphilosoph Giordano Bruno (1548-1600) den Gedanken einer universellen Friedensordnung der Natur, die letztlich Ausdruck der Fürsorge Gottes bzw. der Weltseele ist. Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) widmet sich der Frage nach der Rechtfertigung Gottes angesichts des Übels in der Welt und beantwortet sie mit der These der -besten aller möglichen Welten-. Der theologisch versierte Physiker Isaac Newton (1642-1727) versucht die absolute Souveränität Gottes zu behaupten und sieht in den Naturgesetzen Vorschriften Gottes, die Gehorsam verlangen. Der Kulturphilosoph Giambattista Vico (1668-1744) entwickelt eine eigene Geschichtsphilosophie, in der das Wirken Gottes gleichsam als natürlicher Ablauf interpretiert wird. Georg Friedrich Wilhelm Hegel wiederum glaubt in der Geschichte eine göttliche Vorsehung zu erkennen, die den -absoluten vernünftigen Endzweck der Welt- realisiert.
Anfänger und Studierende niedriger Semester sind willkommen.
Literatur: G. Bruno, Das Aschermittwochsmahl, übers. von F. Fellmann, mit einer Einl. von H. Blumenberg, Frankfurt a. M. 1981. Ders.: Über das Unendliche, das Universum und die Welten, aus dem Italienischen übers. von Ch. Schulz, Universal-Bibliothek Nr. 5114, Stuttgart 1994. G. W. Leibniz: Die Theodizee, Übersetzung von A. Buchenau, einführender Essay von M. Stockhammer, Philosophische Bibliothek Bd. 71, Hamburg 19682. G. Vico: Prinzipien einer neuen Wissenschaft über die gemeinsame Natur der Völker, Felix Meiner, Hamburg 2009. G. W. Hegel: Vorlesungen über Geschichte der Philosophie I und II, Hegel Werke 18 und 19, suhrkamp taschenbuch wissenschaft 618 und 619, Frankfurt am Main 1986.
Für die Vergabe von Credits gibt es folgende Möglichkeiten: Übernahme eines Referats; Verfassen eines Essays; Protokoll von Veranstaltungen außerhalb des Seminars (nach Absprache). Weitere nach Rücksprache.
FB 02 Institut für Philosophie
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SoSe 2015
Lehrveranstaltungspool FB 02
Philosophie HF
Dr.
Bönker Vallon Angelika