Uni-München
14. März 2017Seminar Zentralasien unter der Herrschaft der Zaren 1850-1920 Ziele Methoden Folgen
Die Eroberung des später so genannten Turkestan zwischen Kaspischem Meer und China stellte flächenmäßig den größten Gebietsgewinn des Zarenreichs im 19. Jahrhundert dar und zugleich den Abschluss seiner jahrhundertelangen Expansion. Was und wer stand hinter der Okkupation dieser Region? Ging...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Eroberung des später so genannten Turkestan zwischen Kaspischem Meer und China stellte flächenmäßig den größten Gebietsgewinn des Zarenreichs im 19. Jahrhundert dar und zugleich den Abschluss seiner jahrhundertelangen Expansion. Was und wer stand hinter der Okkupation dieser Region? Ging es nur darum, die Schmach des verlorenen Krimkriegs durch schnelle militärische Erfolge zu kompensieren? Waren die zarischen Eroberer von einer Zivilisierungsmission im -rückständigen- Asien getrieben oder von der Gier Moskauer Kaufleute nach asiatischer Baumwolle? Wie fügten sich die Bewohner Turkestans und ihre Lebensweise in das russländische Vielvölkerreich ein – warum wurde die Region als Kolonie und nicht als -normale- Provinz des Zarenreichs verwaltet? Und war dieses koloniale Experiment mit dem großen Aufstand von 1916 gegen die Herrschaft Petersburgs (endgültig) gescheitert?
Das Seminar untersucht Turkestan als Fallstudie imperialer (russischer) Herrschaft einerseits aus einer diachronen Perspektive, d.h., im Kontext der Geschichte Russlands als Vielvölkerreichs. Andererseits geht es um eine synchrone Analyse, d.h., um eine Einordnung Turkestans in die imperiale Rivalität Russlands mit Großbritannien und China. Eine dritte Ebene bildet, Ansätze der postcolonial studies aufgreifend, die Frage nach der Rückwirkung Turkestans auf das imperiale Zentrum und seine Bewohner.
Prüfungsformen im BA und mod. Lehramt: KL, RE + HA.
Prüfungsformen im Master und GSP Aufbaukurs: RE + HA
D. Brower, Turkestan and the fate of the Russian Empire, New York 2003
R. D. Crews, For Prophet and Tsar: Islam and Empire in Russia and Central Asia, Cambridge, Mass. 2006.
D. Geyer, Der russische Imperialismus, Göttingen 1977.
J. Sahadeo, Russian Colonial Society in Tashkent, 1865-1923, Bloomington 2007.
Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften
LMU München
SoSe 2015
Prof.Dr.
Renner Andreas