Uni-München
14. März 2017Übung Der Holocaust in der polnischen und tschechischen Literatur
Die Ermordung der europäischen Juden ist das furchtbarste Ereignis des vergangenen Jahrhunderts. Über sechs Millionen Menschen wurden zu Opfern der nationalsozialistischen Rassenideologie. Angesichts der nicht zu fassenden Dimension dieses traumatischen Ereignisses, das bis heute nachwirkt, gestalten sich auch die Reflexionen...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Ermordung der europäischen Juden ist das furchtbarste Ereignis des vergangenen Jahrhunderts. Über sechs Millionen Menschen wurden zu Opfern der nationalsozialistischen Rassenideologie. Angesichts der nicht zu fassenden Dimension dieses traumatischen Ereignisses, das bis heute nachwirkt, gestalten sich auch die Reflexionen und Verarbeitungen kontrovers und drücken sich in der Spannung zwischen offiziellem Gedächtnis auf der einen Seite und der Bedeutung individueller Erfahrungen von Überlebenden auf der anderen Seite aus, wenn die offiziellen Gedächtnisformen zu allgemein oder zu sehr von politischen Interessen gesteuert erscheinen.
In den aktuellen Debatten um die Erinnerung an den Holocaust wird der Stellenwert der Literatur und Kunst wieder neu diskutiert, was wesentlich durch den Generationenwechsel und die abnehmende Zahl von Zeitzeugen und ihre eigenständigen Versionen der Geschichte bestimmt ist. In Ostmitteleuropa setzt zudem seit dem Ende des 20. Jahrhunderts und in der Nachfolge der politischen Umwälzungen eine Auseinandersetzung mit der Gedächtnispolitik der totalitären Regime ein.
Im Mittelpunkt des Seminars steht die Analyse und Interpretation ausgewählter literarischer Texte zum Holocaust aus Polen (z.B. I. Fink, H. Grynberg, H. Krall, P. Szewc) und der Tschechoslowakei bzw. aus Tschechien (z.B. J. Weil, L. Fuks, A. Lustig oder – aus der jüngeren Generation – R. Denemarková u. J. Topol). Vor allem in der Gegenwartsliteratur lassen sich Tendenzen beobachten, dass die fiktionalen Texte entweder mit einer eigenen Autorität des Zeugnisses ausgestattet werden, um die Vergangenheit möglichst authentisch zu dokumentieren, oder umgekehrt provokative und tabubrechende Ausdrucksformen verwendet werden, deren Ziel es gerade nicht ist, das Vergangene möglichst wahrhaftig zu präsentieren. Darüber hinaus sollen im Seminar neben den literarischen auch künstlerische und filmische Repräsentationsformen untersucht und diskutiert werden, die paradigmatisch für eine zunehmende Medialisierung des Themas stehen und zumindest einen Eindruck von dem vielfältigen Spektrum von möglichen Einschreibungen in das kulturelle Gedächtnis vermitteln.
Breysach, B. Schauplatz und Gedächtnisraum Polen. Die Vernichtung der Juden in der deutschen und polnischen Literatur. Göttingen 2005.
Holý, J. (Hg.). Holokaust – Šoa – Zaglada v eské, slovenské a polské literatue. Praha 2007.
Ibler, R. (Hg.). Der Holocaust in den mitteleuropäischen Literaturen und Kulturen seit 1989. Stuttgart 2014.
Marszalek, M./Molisak, A.(Hg.). Nach dem Vergessen. Rekurse auf den Holocaust in Ostmitteleuropa nach 1989. Berlin 2010.
Leistungsnachweis
BA Hauptfach:
Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen)
mit Benotung
MA Slavistik (WP 6.3 Kultur und Medien 2)
Thesenpapier (ca. 6.000 Zeichen) und Hausarbeit (ca. 30.000 Zeichen)
mit Benotung
Sie erhalten 6 ECTS-Punkte
MA Slavistik (WP 15.2):
Thesenpapier (ca. 6.000 Zeichen) und Hausarbeit (ca. 30.000 Zeichen)
mit Benotung
Sie erhalten ECTS-Punkte.
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
BA Hauptfach:
Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen)
mit Benotung
MA Slavistik (WP 6.3 Kultur und Medien 2)
Thesenpapier (ca. 6.000 Zeichen) und Hausarbeit (ca. 30.000 Zeichen)
mit Benotung
Sie erhalten 6 ECTS-Punkte
MA Slavistik (WP 15.2):
Thesenpapier (ca. 6.000 Zeichen) und Hausarbeit (ca. 30.000 Zeichen)
mit Benotung
Sie erhalten ECTS-Punkte.
LMU München
WiSe 1617
Dr.
Fabian Winko Jeanette