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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Übung Blockveranstaltung Die jüdische Minderheit in Weißrussland unter nationalsozialistischer und stalinistischer Herrschaft 1941-1953

In dieser Veranstaltung wird es darum gehen, die Sowjetisierung der jüdischen Minderheit Weißrusslands im Kontext der Stalinschen Revolution von oben sowie vor allem die Hintergründe, die besondere Form und das erschreckende Ausmaß der Shoah in Weißrussland unter deutscher Besatzung besser...

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In dieser Veranstaltung wird es darum gehen, die Sowjetisierung der jüdischen Minderheit Weißrusslands im Kontext der Stalinschen Revolution von oben sowie vor allem die Hintergründe, die besondere Form und das erschreckende Ausmaß der Shoah in Weißrussland unter deutscher Besatzung besser kennenzulernen. Ein besonderer Bezug zu Düsseldorf ergibt sich aus der Tatsache, dass am 10. November 1941 fast 1.000 Juden aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf nach Minsk deportiert worden, von denen nur fünf die Shoah überlebten. Der neu eröffnete Lern- und Gedenkort Alter Schlachthof auf dem Gelände der Hochschule Düsseldorf erinnert an Hand von Biographien einiger Deportierter an das schreckliche Geschehen. Vielen Deutschen sind die Gaskammern des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau längst ein Begriff, der Ort hat Symbolcharakter für den Holocaust insgesamt. Doch sind das Ghetto Minsk und die nahegelegene Erschießungsstätte Maly Trostenec, wo es keine stationären Gaskammern gab, bis heute weithin unbekannt geblieben und werden kaum mit der Shoah in Verbindung gebracht. Das spiegelt sich auch in der deutschen Erinnerungskultur, in der die Sowjetunion bzw. ihre Teilrepubliken vor allem als Kriegsschauplätze wahrgenommen werden, nicht aber als Tatorte der Endlösung. Die sowjetische/belorussische Erinnerungskultur hingegen beinhaltet nach wie vor kein ausgeprägtes Gedenken an die jüdischen Opfer der deutschen Herrschaft. Das hängt auch mit dem sowjetischen Nachkriegsantisemitismus zusammen, der ebenfalls behandelt werden soll. Schließlich wird sich das Seminar auch mit den verschiedenen Ausprägungen des Umgangs mit den nationalsozialistischen Verbrechen in der deutschen und belorussischen Gedenkkultur auseinandersetzen. Erwartet werden die regelmäßige Vorbereitung auf die Sitzungen an Hand der Texte im elektronischen Semesterapparat, die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats sowie die Beteiligung an den Diskussionen im Rahmen der Veranstaltung. Die Vorbesprechung findet am 12. September um 10:30 Uhr in Raum 23.31.02.24 statt. Die Teilnahme daran ist obligatorisch. Bemporad, Elissa: Becoming Soviet Jews. The Bolshevik Experiment in Minsk, Bloomington 2013 Bohn, Thomas/Einax, Rayk/Mühlbauer, Julian (Hg.): Bunte Flecken in Weißrussland. Erinnerungsorte zwischen polnisch-litauischer Union und russisch-sowjetischem Imperium, Wiesbaden 2013 Makhotina, E. et al. (Hg.): Krieg im Museum. Präsentationen des Zweiten Weltkriegs in Museen und Gedenkstätten des östlichen Europa, München 2015 Quinkert, Babette: Propaganda und Terror in Weißrussland 1941 1944. Die deutsche -geistige- Kriegführung gegen Zivilbevölkerung und Partisanen, Paderborn 2009 Quinkert, Babette/Morré, Jörg (Hg.): Deutsche Besatzung in der Sowjetunion 1941 – 1944, Paderborn 2014 Projektgruppe Belarus (Hg.): -Existiert das Ghetto noch?- Weißrussland: Jüdisches Überleben gegen nationalsozialistische Herrschaft, Berlin-Hamburg-Göttingen 2003 Rentrop, Petra: Tatorte der -Endlösung-. Das Ghetto Minsk und die Vernichtungsstätte von Maly Trostinez, Berlin 2011 Smilovitsky, Leonid: Jewish Life in Belarus: The Final Decade of the Stalin Regime (1944 – 53), Budapest 2014 Walke, Annika: Pioneers and Partisans: An Oral History of Nazi Genocide in Belorussia, New York 2015 Reuter, Nina Universität Düsseldorf WiSe 2016/17 Univ.-Prof. Dr. Fieseler Beate