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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Übung Die SS Weltanschauliche Elite völkische Avantgarde oder eine heterogene Chaos Truppe mit mörderischer Bilanz Eine Anatomie des SS Staates auf Grundlagen neuer Quellen

Nachdem Heinrich Himmler die SS im Jahre 1929 übernommen hatte, baute er sie von einer Bodyguard-Truppe zielstrebig zu einer immer weiter wachsenden Organisation aus. Im letzten Kriegsjahr unterstanden der SS, bzw. Himmler unter anderem: Das Reichsministerium des Inneren, die deutsche...

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Nachdem Heinrich Himmler die SS im Jahre 1929 übernommen hatte, baute er sie von einer Bodyguard-Truppe zielstrebig zu einer immer weiter wachsenden Organisation aus. Im letzten Kriegsjahr unterstanden der SS, bzw. Himmler unter anderem: Das Reichsministerium des Inneren, die deutsche Polizei, eine eigene Armee, mehrere Geheimdienste, unzählige Konzentrationslager, hunderte von Unternehmen und Rüstungsbetrieben, die deutschen Raketentruppen, aber auch Reitvereine, Wetterforscher, (Raub-)Kunstsammlungen, Zeitungen und Verlage und vieles mehr. Die Forschung hat in den letzten Jahren gezeigt, dass es die SS nicht gegeben hat. Die zahlreichen führenden SS-Angehörigen waren so unterschiedlich, wie die Aktivitäten des Schwarzen Ordens: Von germanentümelnden, völkischen Ideologen über nüchterne Manager und zynische Mörder in Konzentrationslagern bis hin zu Militärs, für die Ideologie stets hinter strategischen Erfordernissen zurücktrat. Viele dieser Personen waren glühenden Verehrer Himmlers, andere verfolgten eher ihre eigenen Ziele. Bei Kriegsende war Himmler kaum mehr in der Lage, seine riesige Organisation zusammenzuhalten und zu führen. In der Übung wird zunächst gezeigt, wie die SS aufgebaut war und sodann die einzelnen Bereiche vorgestellt: Die SS-Wissenschaftseinrichtung Ahnenerbe und der Lebensborn, die SS-Wirtschaftsbetriebe, die Waffen-SS, aber auch Himmlers Vorstellung von der idealen völkischen SS-Familie und deren Realität. Dabei werden die einzelnen Felder weitgehend anhand von Originaldokumenten vertieft diskutiert. Die Übung soll die Teilnehmer in die Lage versetzen, Orientierung im Kompetenzendschungel des NS-Regimes zu erlangen, um darauf aufbauend weitere wissenschaftliche Literatur zum Thema einordnen und vertiefen zu können. Zudem soll dahingehend Orientierung angeboten werden, in welcher Weise sich völkische Ideologien und totalitäre Entwicklungen auf Gesellschaften auswirken. Für Rückfragen erreichen Sie den Dozenten wie folgt: julien.reitzenstein@uni-duesseldorf.de Longerich, Peter: Heinrich Himmler, München 2008. Hachtmann, Rüdiger / Süss, Winfried: Hitlers Kommissare. Sondergewalten in der nationalsozialistischen Diktatur, in: Beiträge zur Geschichte des Nationalsozialismus 22, Göttingen 2006. Gotto, Bernhard: Dem Gauleiter entgegen arbeiten. Überlegungen zur Reichweite eines Deutungsmusters, in: Jürgen John/Horst Möller/Thomas Schaarschmidt (Hg.), Die NS-Gaue. Regionale Mittelinstanzen im zentralistischen Führerstaat, München 2007, S. 80-99. Ackermann, Josef: Heinrich Himmler als Ideologe. Göttingen 1970, zit.: Ackermann, Ideologe. Hüttenberger, Peter: Nationalsozialistische Polykratie, in: Geschichte und Gesellschaft 2 (1976) Wegner, Bernd: Hitlers Politische Soldaten: Die Waffen- SS 1933-1945. Leitbild, Struktur und Funktion einer nationalsozialistischen Elite, 4., durchges. u. verb. Aufl., Paderborn u.a 1990 Koch, Peter Ferdinand (Hg.): Heinrich Himmlers Graue Eminenz. Oswald Pohl und das Wirtschafts- Verwaltungshauptamt der SS. (Das Dritte Reich in Dokumenten), Hamburg 1988. Reitzenstein, Julien: Himmlers Forscher. Wehrwissenschaft und Medizinverbrechen im Ahnenerbe der SS, Paderborn 2014.     Geschichte (BA, PO 2011) Ergänzungsfach Universität Düsseldorf WiSe 2016/17 Dr. von Reitzenstein Julien Wilhelm