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Uni-München
14. März 2017

Übung Politische Theorie und Praxis neoliberalen Regierens

Der Ausbruch der Finanzkrise ließ Jürgen Habermas 2008 noch hoffen, -[...] dass die neoliberale Agenda nicht mehr für bare Münze genommen, sondern zur Disposition gestellt wird-. Wie zeitgenössische Diskussionen in Medien und Wissenschaft jedoch deutlich machen, ist der ‚Neoliberalismus’ keineswegs...

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Der Ausbruch der Finanzkrise ließ Jürgen Habermas 2008 noch hoffen, -[...] dass die neoliberale Agenda nicht mehr für bare Münze genommen, sondern zur Disposition gestellt wird-. Wie zeitgenössische Diskussionen in Medien und Wissenschaft jedoch deutlich machen, ist der ‚Neoliberalismus’ keineswegs von der Bildfläche verschwunden, im Gegenteil: Heute scheint es wichtiger denn je, den zur ideologischen Kampfformel avancierten Begriff ‚neoliberal’ in seinen Facetten und seinen Widersprüchen zu untersuchen und sich darüber zu verständigen, was ‚neoliberales’ Denken kennzeichnet. Die Übung diskutiert an der Schnittstelle zwischen Politischer Theorie und Politischer Ökonomie die zentralen Thesen und Etappen neoliberalen Denkens und neoliberaler Praxis. In einem ersten Block werden die ‚Klassiker‘ wie die Autoren der Chicago School und Public Choice Theory gelesen. Die dort formulierten Annahmen über Wirtschaft, Politik und menschliches Verhalten entfalten unter anderem im Bild des rationalen Politikers und in der Forderung nach einem -unternehmerischen Selbst-, nach Eigenverantwortung, Flexibilität sowie Produktivität Wirkung. In einem zweiten Block werden daher Analysen neoliberaler gesellschaftlicher und politischer Praxis besprochen und zu der bis heute wirkmächtigen Geschichte neoliberaler Politik in Beziehung gesetzt. Abschließend gilt es, das womöglich -befremdliche Überleben des Neoliberalismus- und den politische Diskurs in der EU-Finanz- und Wirtschaftskrise kritisch zu beleuchten. Lernziele des Seminars sind die fundierte Kenntnis kanonischer Positionen neoliberaler Autoren sowie die Vertrautheit mit einer sozialwissenschaftlichen Neoliberalismus-Forschung. Die Studierenden entwickeln ein Verständnis für zeitgenössische demokratietheoretische Herausforderungen und gewinnen eine politiktheoretische Perspektive auf wirtschaftspolitische Steuerungsdiskurse, die Funktionsweisen des Finanzmarkt-Kapitalismus und gegenwärtige Krisendebatten. Biebricher, Thomas (2012): Neoliberalismus zur Einführung. Hamburg: Junius-Verlag. Schmidt, Vivien A./Thatcher, Mark (2013): Resilient Liberalism in Europe’s Political Economy. Cambridge: Cambridge University Press. Streeck, Wolfgang (2013): Die Politik des Konsolidierungsstaates. Neoliberalismus in Europa. In: Ders.: Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus. Berlin: Suhrkamp, S. 141-223. Windolf, Paul (2005): Was ist FinanzmarktKapitalismus? In: Ders.: Finanzmarktkapitalismus. Analysen zum Wandel von Produktionsregimen. Sonderheft 45 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, S. 2057. Anmeldung Anmeldung zur Veranstaltung über Coremato von 01.04.2015 bis 07.04.2015 unter: http://www.gsi.uni-muenchen.de/studium/organisation/ole/index.html Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft LMU München SoSe 2015 Dr. Seville Astrid