Uni-München
14. März 2017Übung Was ist eigentlich ein Komponist Dokumente Texte Theorien
Wer in der online Datenbank für musikalische Werke der GEMA -Katzenklo- eingibt, erhält im einzigen Suchergebnis mit diesem Titel die Angabe Helge Schneider, als Rolle wird ihm neben Textdichter auch -Komponist- zugeordnet. Verstehen wir also unter diesem Begriff einen Urheber...
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Jetzt Lernplan erstellenWer in der online Datenbank für musikalische Werke der GEMA -Katzenklo- eingibt, erhält im einzigen Suchergebnis mit diesem Titel die Angabe Helge Schneider, als Rolle wird ihm neben Textdichter auch -Komponist- zugeordnet. Verstehen wir also unter diesem Begriff einen Urheber musikalischer Werke? Oder folgen wir Heinrich Christoph Koch, der fordert, man solle -eigentlich jederzeit zwischen einem bloß guten Contrapunktisten, und zwischen einem guten Komponisten, einen Unterschied machen- (H. Chr. Koch: Musikalisches Lexikon. Frankfurt 1802; FN zu Sp. 880). Und was verbirgt sich hinter den Fähigkeiten, die Johann Mattheson in -Der vollkommene Capellmeister [!!]- (Hamburg 1739) fordert für diejenigen, -welche die Noten-Feder kühnlich zu ergreifen und zu führen sich gelüsten lassen- (S. 68)? Wie für so viele Begriffe, so gilt auch für das, was wir heute als -Komponist- bezeichnen, eine Gebundenheit an ästhetische, soziale, juristische, institutionelle oder schlicht persönliche Vorstellungen, und das jeweils in historischem Kontext. Bezeichnender Weise verzichtet etwa die Enzyklopädie -Musik in Geschichte und Gegenwart- auf einen eigenen Artikel -Komponist-.
Im Kurs soll den unterschiedlichen Begrifflichkeiten (Komponist, Componist, Capellmeister , Urheber, Autor, …) und ihren Unschärfen nachgegangen werden. Dazu werden heterogene Textgattungen von musikwissenschaftlicher Relevanz herangezogen: Briefe, Tagebucheinträge, Artikel in historischen Enzyklopädien, Kompositionslehren und andere theoretische Schriften, bis hin zu Studienordnungen von heutigen Kompositionsstudiengängen. Theoretische Konzeptionen anderer Disziplinen sollen helfen, die gemeinsame Diskussion und ihre Ergebnisse im Verlauf des Semesters zu strukturieren.
Die zu lesende Literatur wird im Laufe des Semesters im LSF zur Verfügung gestellt.
LeistungsnachweisDie benotete Prüfungsleistung (Referat und Hausarbeit) wird in einem der zu wählenden Methodenseminare (P 8.1) erbracht.
Ein unbenotetes Kurzreferat ist nach Ansage des Dozenten möglich.
Zielgruppe
Interessierte ohne Prüfungspflicht sind herzlich willkommen!
Downloads
DateinameBeschreibunggültig vongültig bis
Schuetz.pdf Text Schütz
Foucault.pdf Text Foucault_26.4.
MGG_Komposition.pdf Art. MGG Komposition, psycholog. Aspekte_3.5.
NHbMusPsych_Komposition und Improvisation.pdf NHbMusPsych_Komposition und Improvisation_3.5.
Wagner_Beethoven_1.pdf Wagner_Beethoven_1_17.5.
Wagner_Beethoven_2.pdf Wagner_Beethoven_2_17.5.
Beethoven_Hlgst.Testament.pdf Beethoven_24.5.
Koch_1.pdf Koch_1_31.5.
Koch_2.pdf Koch_2_31.5.
finscher_aufsatz.pdf Finscher_Entstehung des Komponisten_7.6.
Ehetagebuch der Schumanns.pdf Ehetagebuch der Schumanns_14.6.
Neuland_1983_3.pdf Text_Grisey_28.6.
Koch_Versuch_Vorwort_5.7..pdf Koch_Vorwort_Versuch
Fux_Vorwort.pdf Fux_12.7.
Mattheson_Eigenschaften Componist.pdf Mattheson_12.7.
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Department Kunstwissenschaften
Die benotete Prüfungsleistung (Referat und Hausarbeit) wird in einem der zu wählenden Methodenseminare (P 8.1) erbracht.
Ein unbenotetes Kurzreferat ist nach Ansage des Dozenten möglich.
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LMU München
SoSe 2016
Golch Jan