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Uni-München
14. März 2017

Vertiefungskurs Hauptseminar Interdisziplinäres Hauptseminar zur performativen Dimension von Texten

Im Seminar werden ausgewählte Passagen des zweiten Buches von Silius Italicus‘ Punica behandelt, wobei die Lektüre der Schildbeschreibung des Hannibal im Zentrum steht. Die Analyse dieser Passage wird unter Berücksichtigung interdisziplinärer Fragestellungen durchgeführt; insbesondere der Ansatz von Aenne Burda zum...

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Im Seminar werden ausgewählte Passagen des zweiten Buches von Silius Italicus‘ Punica behandelt, wobei die Lektüre der Schildbeschreibung des Hannibal im Zentrum steht. Die Analyse dieser Passage wird unter Berücksichtigung interdisziplinärer Fragestellungen durchgeführt; insbesondere der Ansatz von Aenne Burda zum Thema Intertextualität und Intertextilität soll hierbei fruchtbar gemacht werden. Ausgehend von der Beobachtung, dass der Begriff Text (textus) im ursprünglichen Wortsinn -Gewebe- bedeutet, sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst eruieren, nach welchem Vorbild und Muster die zu untersuchende Textpassage gestrickt ist. Die Beobachtungen zur Intertextualität, die anhand der sprachlichen Analyse gemacht werden, sollen im Lauf des Semesters konkretisiert und visualisiert werden, indem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Schild des Hannibal, wie Silius ihn beschreibt, nachstricken und so einen eigenen -Text- produzieren (Wolle und Stricknadeln werden von den Dozenten gestellt). Anhand des Auftrennens der Maschen (Analyse) sowie deren erneuten Verstrickung (Synthese) sollen die Seminarteilnehmer/innen ihre Kompetenzen im praktischen Umgang mit antiken Texten kreativ demonstrieren und vertiefen. Im Anschluss an das Hauptseminar findet in der ersten Woche der Semesterferien ein zweitägiger Workshop zum Thema -Texte formen cum grano salis- statt; dieser Workshop baut auf die im Seminar gewonnenen Ergebnisse auf. Einführend wird Herr Prof. Dr. Johann Lafer vom Institute of Baking Technologies (St. Stefan im Rosental, Steiermark) einen Vortrag halten über -Die Form des Textes - der Text als Form-. Sodann wird die im Seminar behandelte Textpassage von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auf ihr Formungs- und Umformungspotential hin untersucht; die Ergebnisse sollen, sofern alle es gebacken kriegen, in Form eines Salzteigschildes erhärtet werden, um einen haptischen und olfaktorischen Zugang zu antiken Texten zu vermitteln. Zur Dokumentation unserer Forschungsarbeit soll der Salzteigschild in einer feierlichen Zeremonie der Glyptothek als Leihgabe übergeben werden. LMU München WiSe 1415 Italienische und Slavische Philologie Department II Griechische und Lateinische Romanische Italienische und Slavische Philologie Sprachen und Kommunikation