Uni-Düsseldorf
14. März 2017Vertiefungsseminar Popularisierung der Medien
Die Kommunikation über Massenmedien ist eine exklusive Angelegenheit: ein Privileg derjenigen, die Journalismus (erfolgreich) zu ihrer Profession gemacht haben, sowie derjenigen, denen eben diese Journalisten Zugang zu Presse und Rundfunk gewähren. Über Jahrhunderte haben die journalistischen Gatekeeper ihre Türen fast...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Kommunikation über Massenmedien ist eine exklusive Angelegenheit: ein Privileg derjenigen, die Journalismus (erfolgreich) zu ihrer Profession gemacht haben, sowie derjenigen, denen eben diese Journalisten Zugang zu Presse und Rundfunk gewähren.
Über Jahrhunderte haben die journalistischen Gatekeeper ihre Türen fast ausschließlich für Angehörige von Eliten geöffnet: Zu Wort kamen Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft oder (Hoch-)Kultur; selten erhielten ‚Menschen von der Straße’ Gelegenheit, sich selbst darzustellen oder ihre Themen zu kommunizieren.
Dieses Bild hat sich gewandelt. Inzwischen nehmen Menschen jeder sozialen Herkunft an Massenkommunikationsprozessen teil. Dabei fungiert das Fernsehen als zentrale Plattform: Real-People-Formate wie Daily Talks, ‚Big Brother’ und seine Spin-Offs, Beziehungsshows verschiedenster Couleur sowie die aktuellen Casting-Shows oder Ratgebersendungen sind bevölkert von Akteuren, die in den meisten Fällen keine besondere gesellschaftliche Position oder formale Qualifikation vorzuweisen haben.
Gleichzeitig hat sich mit dem Internet eine mediale Infrastruktur etabliert, in der traditionelle Zugangsbarrieren nicht mehr gegeben sind. Jeder Nutzer, der über ein Mindestmaß entsprechender Medienkompetenz verfügt, kann zum Kommunikator werden.
Diese Popularisierung der (Massen-)Medien, die mit einem tiefgreifenden Wandel der angebotenen Themen verbunden ist, trifft auf ein ambivalentes Echo. Die einen beklagen Trivialisierung und Werteverfall, die anderen begrüßen die Widerspiegelung der Alltagskultur bzw. die Demokratisierung medialer Kommunikation.
In diesem Seminar, das sich einschlägigen Theorieansätzen und medialen Erscheinungsformen der Populärkultur widmet, sollen die unterschiedlichen Perspektiven diskutiert und anhand konkreter Beispiele untersucht werden. Es schließt inhaltlich an die Vorlesung -Angstmedien – Medienängste- an.
Sozialwiss. - Medien.Pol. (BA, PO 2013)
Universität Düsseldorf
SoSe 2016
Dr.
Keuneke Kubetschek Susanne