Uni-Düsseldorf
14. März 2017Vertiefungsseminar Weltausstellungen im 19 Jahrhundert
Fortschrittsglaube, Technikgläubigkeit und die Überzeugung von der Überlegenheit der westlichen Welt gegenüber anderen Kulturen, insbesondere der indigenen Bevölkerung des britischen Weltreichs und der Kolonien anderer Nationen, wurden anlässlich der Weltausstellungen möglichst spektakulär in Szene gesetzt. Die soziale Zusammensetzung der Besucherströme...
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Jetzt Lernplan erstellenFortschrittsglaube, Technikgläubigkeit und die Überzeugung von der Überlegenheit der westlichen Welt gegenüber anderen Kulturen, insbesondere der indigenen Bevölkerung des britischen Weltreichs und der Kolonien anderer Nationen, wurden anlässlich der Weltausstellungen möglichst spektakulär in Szene gesetzt. Die soziale Zusammensetzung der Besucherströme wurde durch Eintrittspreise und Anreisekosten reguliert.
Die ersten großen Weltausstellungen in den Metropolen der führenden Industriemächte fanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt. Die erste (1851) und dritte (1862) in London konnten noch die führende Welt- und Wirtschaftsmacht des englischen Empire demonstrieren. Die Weltausstellungen in Paris (1855, 1867, 1878, 1889 und 1900) versuchten, zumindest auf der symbolischen Ebene konkurrenzfähig zu sein. Wien, Barcelona und Brüssel präsentieren sich - wie Melbourne jeweils ein einziges Mal. Ab den 1860er Jahren waren industrielle Errungenschaften, vor allem spektakuläre Erfindungen, in Pavillons der einzelnen Nationen zu sehen, die sich an den Ausstellungen beteiligten.
Von besonderem Interesse war für die europäischen Nationen die Neue Welt. Die Weltausstellungen in Philadelphia, vor allem aber die in Chicago 1893 verdeutlichten schon die kommende Weltmachtstellung der USA, zumindest als Industrienation. Hier wurde auch sozialen Bewegungen, wie etwa der amerikanischen Frauenbewegung die Möglichkeit der Selbstpräsentation gegeben. Die Pariser Weltausstellung von 1900, die es auf besonders massenwirksame Weise verstand, das neue Jahrhundert einzuläuten, konnte dann fas 50 Millionen Besucher verbuchen.
Kataloge der und Berichte über die Ausstellungen bieten eine ganze Reihe auch zugänglicher Quellen und eine breite Forschung erlaubt interessante Übersichten und Einblicke zum Thema, so dass aus einer Fülle von Themen für Kurzreferate und Studienarbeiten ausgewählt werden kann.
Geburt der Massenkultur. Beiträge der Tagung des WGL-Forschungsprojekts -Wege in die Moderne. Weltausstellungen, Medien und Musik im 19. Jahrhundert- im Germanischen Nationalmuseum, 8. - 10. November 2012 / hrsg. von Roland Prügel. - Nürnberg 2014;
Kretschmer, Winfried: Geschichte der Weltausstellungen. - Frankfurt/M. [u.a.] 1999.
Geschichte (MA, PO 2013)
Universität Düsseldorf
WiSe 2015/16
Univ.-Prof. Dr.
Götz von Olenhusen Irmtraud