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Uni-Hannover
14. März 2017

Wirtschaft als soziale Wirklichkeit Einführung in die fallrekonstruktive Methodik objektive Hermeneutik und Analyse von Dokumenten

Ökonomisierung und Vermarktlichung stellen begriffliche Versuche dar, aktuelle Entwicklungen in Richtung einer verstärkten Berücksichtigung von Kosten-Nutzen-Kalkülen in nicht-ökonomischen Handlungsfeldern zu beschreiben. In der Veranstaltung liegt der Fokus umgekehrt gerade auf ökonomischen Handlungsfeldern, das heißt auf der Wirtschaft als einer durch...

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Ökonomisierung und Vermarktlichung stellen begriffliche Versuche dar, aktuelle Entwicklungen in Richtung einer verstärkten Berücksichtigung von Kosten-Nutzen-Kalkülen in nicht-ökonomischen Handlungsfeldern zu beschreiben. In der Veranstaltung liegt der Fokus umgekehrt gerade auf ökonomischen Handlungsfeldern, das heißt auf der Wirtschaft als einer durch soziale Praktiken strukturierten Sphäre, die sich wie andere Bereiche ebenso von kulturellen Bewertungsmaßstäben und Anerkennungsbeziehungen geprägt erweist. Den kulturellen Besonderheiten wollen wir durch die sequenzanalytische Auswertung von Dokumenten auf die Spur kommen. Bei dem auf der Methodologie der objektiven Hermeneutik basierenden Verfahren werden Texte und Bilder als Protokolle sozialer Wirklichkeit ausgewertet. Die so erarbeiteten Fallrekonstruktionen können in Forschungsarbeiten einfließen. Ebenso dienen sie der Schärfung des Bewusstseins für typische Problemlagen im jeweiligen Forschungs- und Praxisfeld und der argumentativen Klärung bei strittigen Fragen. Geeignet sind Fragestellungen aus dem Bereich der Wirtschaft (Kundenkontakt, Markt allgemein und private Unternehmen). Die Veranstaltung hat einführenden Charakter. Ziel ist die Vermittlung methodischer Grundkenntnisse in Sequenzanalyse (objektive Hermeneutik) durch deren unmittelbare praktische Anwendung anhand der mitgebrachten Materialien. Es werden keine Kenntnisse vorausgesetzt, jedoch wird erwartet, dass die Teilnehmenden eigenes Datenmaterial (Werbematerialien, Leitbilder von Institutionen/Unternehmen, Geschäftsbriefe, Internetseiten, Mails, Stelleninserate o.ä.) mitbringen, das sie mit einer Fragestellung verbinden und zur gemeinsamen Analyse zur Verfügung stellen können. Es kann nicht garantiert werden, dass in der zur Verfügung stehenden Zeit sämtliche Materialien ausgewertet werden können. Eingabefrist für das zu analysierendes Datenmaterial per Mail: Freitag, 4.2.2017 Mail: chantal.magnin@hslu.ch Institut für Soziologie Universität Hannover WiSe 2016/17 Dozent