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Studium
2. Juli 2026

Vom Lesen zum Schreiben: Exzerpieren im Studium

Literaturberge bewältigen und in eigenen Text verwandeln: 3-Stufen-Lesen, Exzerpieren mit System und der Sprung vom Lesen zum Schreiben – die Uni-Methode.

Verwandle das Gelesene in konkretes Handeln

Wissen allein verändert nichts — erst der Plan macht den Unterschied. Erstelle in Sekunden einen persönlichen Aktionsplan und setze das Gelesene sofort um.

Meinen Aktionsplan erstellen

„Wie komme ich vom Lesen zum Schreiben?" – eine Schreibwerkstatt der Universität Hannover trägt diese Frage im Titel, und sie benennt die Hürden präzise: Die richtigen Texte auswählen, sie verstehen und verarbeiten, „Abstand von den fremden Formulierungen" gewinnen – und den Absprung von der Lese- in die Schreibphase überhaupt schaffen. Genau an dieser Schwelle bleiben viele Hausarbeiten wochenlang stecken. Die Technik, die alle Kurse dagegen lehren, heißt Exzerpieren.

Erst auswählen, dann lesen: die 3-Stufen-Methode

Wissenschaftliche Literatur wird nicht wie ein Roman von vorn nach hinten gelesen. Die Kurse empfehlen ein gestuftes Vorgehen:

  1. Sichten (Minuten): Titel, Abstract, Einleitung, Fazit, Inhaltsverzeichnis. Entscheidung: relevant für meine Forschungsfrage – ja oder nein?
  2. Orientierend lesen (halbe Stunde): Zwischenüberschriften, erste Sätze der Absätze, zentrale Abbildungen. Ergebnis: Ich weiß, was der Text behauptet und welche Abschnitte ich genau lesen muss.
  3. Gründlich lesen (nur die relevanten Teile): mit Stift bzw. Notiz-Tool – aktiv, mit Fragen an den Text.

Die Leitfrage vor jeder Lektüre: Wozu lese ich diesen Text? Wer ohne Frage liest, markiert alles gelb und behält nichts.

Exzerpieren: das Arbeitsgedächtnis auf Papier

Ein Exzerpt ist keine Zusammenfassung des ganzen Texts, sondern eine gezielte Auswertung im Hinblick auf Ihre Fragestellung. Ein brauchbares Exzerpt enthält:

  • Vollständige Quellenangabe (sofort, mit Seitenzahlen – das erspart die Sucherei beim Zitieren),
  • Kernaussagen in eigenen Worten, je mit Seitenangabe,
  • wörtliche Schlüsselzitate sparsam und in Anführungszeichen (damit später klar ist, was Zitat und was Paraphrase ist),
  • eigene Kommentare, klar getrennt – z. B. kursiv oder mit „MEIN:" markiert: Widerspruch? Anschluss an andere Quelle? Passt zu Kapitel 3?

Das Entscheidende ist die Trennung der Spalten „Quelle sagt" und „ich denke": Sie ist der Rohstoff Ihrer späteren Argumentation – und der beste Schutz vor unabsichtlichem Plagiat.

Der Sprung ins Schreiben: nicht zu spät abspringen

Die Hannoveraner Werkstatt fragt: „Wie schaffe ich einen Abstand von den fremden Formulierungen?" Drei Regeln helfen:

  1. Aus Exzerpten schreiben, nicht aus Originaltexten: Wer beim Schreiben das aufgeschlagene Buch neben sich liegen hat, übernimmt unweigerlich dessen Sprache. Buch zu, Exzerpt auf.
  2. Zwischendurch schreiben: Nach jeder gelesenen Quelle einen kurzen Absatz formulieren: „Was bedeutet das für meine Frage?" So entsteht die Rohfassung nebenbei – und die Lesephase behält ein Ziel.
  3. Rechercheende festlegen: Ab einem festen Datum wird geschrieben und nur noch gezielt nachgelesen – wie im Zeitplan vorgesehen. Vollständigkeit ist beim Lesen unerreichbar; Ihre Arbeit braucht die relevanten Quellen, nicht alle.

Wie es nach dem Absprung weitergeht, lesen Sie in Rohfassung schreiben und Texte überarbeiten – und den Gesamtprozess im kompletten Fahrplan in 8 Phasen.

Zusammenfassung und Lerntipp

Auf den Punkt: Wissenschaftliche Texte werden gestuft gelesen (sichten → orientieren → gezielt gründlich) und in Exzerpten ausgewertet, die Quellenaussagen und eigene Gedanken sauber trennen. Geschrieben wird aus den Exzerpten, nicht aus den Büchern – und ein festes Rechercheende erzwingt den Sprung in die Schreibphase.

Lerntipp: Das gestufte Lesen wird noch wirksamer mit einer festen Systematik aus Vorschau, Fragen, Lesen und Selbstabfrage. Genau das leistet die PQRST-Methode – Schritt für Schritt erklärt im Artikel PQRST-Methode: in 5 Schritten effektiv lernen.