Networking - Menschen finden - Netzwerke bilden
Networking
Networking - Menschen finden - Netzwerke bilden
Viele Jobs werden heutzutage vorzugsweise an Personen vergeben, die den Arbeitgebern in irgendeiner Form bereits bekannt sind, sei es durch Praktika, aber auch durch Vermittlung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: Die persönliche Empfehlung durch eine bereits bekannte Person, die sich im Unternehmen oder in der Organisation bewährt hat, ist nicht zu unterschätzen.
Diesen Umstand kann frau oder man sich bei der Jobsuche zunutze machen durch networking. Dabei ist vielen nicht bekannt, wie dieses Netzwerken eigentlich funktioniert. Einerseits geht es dabei um die Nutzung der Kontakte, über die wir alle verfügen oft, ohne uns dessen bewusst zu sein. Die Sozialforschung spricht in diesem Zusammenhang von einer Mitgliedschaft in Praxisgemeinschaften (communities of practice). Dies kann ein Sportverein, aber auch ein gemeinsam besuchter chatroom sein. Wichtig dabei ist die gemeinsam ausgeübte Tätigkeit, die Praxis. Jede Mitgliedschaft in einer dieser Praxisgemeinschaften bedeutet, Sozialkapital (social capital) anzuhäufen, das zur Erreichung bestimmter Ziele eingesetzt werden kann, z.B. um einen Job zu finden. Im Seminar erfolgt deshalb zunächst eine Potenzialanalyse:
Welchen Netzwerken gehöre ich an? (z.B. Schule, Universität, Vereine, Hobbies etc.)
Wie kann ich meine bereits bestehenden Netzwerk-Kontakte besser nutzen, um meine Ziele zu erreichen? (z.B. um einen Praktikumsplatz oder einen Job zu bekommen)
Und wie pflege ich bestehende Kontakte?
Die ?Stärke schwacher Beziehungen?
In einem weiteren Schritt werden die Untersuchungen von Mark Granovetter, Professor an der Stanford-Universität, vorgestellt. Er stieß in einer der ersten Netzwerkstudien zur beruflichen Mobilität auf die so genannte Stärke schwacher Beziehungen. Relevante Informationen über eine offene Stelle erhielten Personen seltener von engen Freunden als vielmehr von flüchtigen Bekannten. Daraus folgt auch, dass es generell gilt, offen zu sein und Gelegenheiten beim Schopf zu packen.
Beispiel: Ich sehe im Café eine Person, an deren Laptop ein Sticker einer US-amerikanischen Universität klebt, an der ich immer schon einmal studieren wollte. Ich gehe hin die Anbahnung des Kontaktes wird im Seminar nachgespielt und habe u.U. einen wertvollen Tipp für das von mir geplante Auslandssemester in der Tasche.
Oder: Ich gehe allein auf eine internationale Konferenz und komme am zweiten Tag mit einem Vertrag für ein interessantes Projekt in meinem Fachgebiet nach Hause. Wies funktioniert wird im Seminar verraten.
Für die erfolgreiche Teilnahme an der Veranstaltung werden 3 credit points vergeben. Von den Studierenden wird die Erarbeitung von Modellprojekten, das Halten von Kurzreferaten, die Beteiligung an Gruppendiskussionen und Gruppenarbeiten sowie die Anfertigung von Protokollen erwartet.
Literatur
Bourdieu, P.: The forms of capital, in: J.G. Richardson (ed.): Handbook for
Theory and Research for the Sociology of Education, 1985, pp. 241 258
- Brown, J. S.; Duguid, P.: Organizational Learning and Communities of
Practice: towards a unified view of working, learning and innovation, in
Organization Science, Vol. 2, No. 1, 1991, pp. 40 - 57
- Granovetter, Mark, Getting a job. A study of contacts and careers. Chicago: University of Chicago Press. 1995 (2nd ed.)
- Wenger, E.: Communities of Practice: Learning, Meaning, and Identity.
Cambridge University Press, 1998.
- Weyer, Johannes, Soziale Netzwerke. Oldenbourg. 2000
Termine
Fr. 15:00 bis 19:00 Einzel 25.04.2008 bis
25.04.2008 H - H-C 6336/37
Sa. 10:00 bis 18:00 Einzel 26.04.2008 bis
26.04.2008 H - H-D 3206
Fr. 15:00 bis 19:00 Einzel 30.05.2008 bis
30.05.2008 H - H-D 3206
Sa. 10:00 bis 18:00 Einzel 31.05.2008 bis
31.05.2008 H - H-D 3206


