Musikbranche hat die Technologieentwicklung ein bisschen Verschlafen. Der wahre Beispiel dafür ist der Erfolg des Steve Jobs, des Gründers des Musikladens iTunes. Obwohl er eigentlich Branchenfremd ist – Apple von seiner Geburt an, spezialisiert sich in der Produktion von Computer und nicht in Herausfinden von jungen Musiktalenten. Deshalb ist es wichtig sich heutzutage zu fragen, woher wird sich die junge Generation, nennen wir die iPod Generation, ihre Musik besorgen wollen? Es ist eher unwahrscheinlich, dass sich die Konsumenten an die Plattenlabels-Produzenten anpassen, so wie das in der Ära der CDs war. Viel wahrscheinlicher ist, dass in der Zukunft die Musikproduzenten und Online-Musikgeschäftsinhaber sich an die Wünsche und Gewohnheiten von ihren Kunden anpassen müssen.
Es werden immer mehr neue Online-Kultur-Potale entstehen.
Der Vorteil im Aufbau eines Online-Kulturportals liegt daran, dass man in der neuen Download-Ära einen Markt beschreitet, der grenzenlose Möglichkeiten sowohl für Künstler als auch für Kultur-Konsumenten anbietet. Es ist eine Welt, in der der Benutzer von der Kultur, egal in welcher Form – ob Musik, Bilder, Filme, oder Fotografie, nur einen Klick entfernt ist. Dieses grenzenlose Potenzial wird aber auch in der Musikbranche bemerkt was dazu Führt, dass es immer mehr in solche Projekte investiert wird, was nichts anderes bedeutet als starke Konkurrenz für die Zukunft. Der Erfolg von iTunes war einzigartig. Das werden die Musikproduzenten nicht verachten.
Der Leiter von Sony BMG Deutschland Edgar Berger sagte in einem Interview: "Wir brauchen mehr digitale Vertriebsplattformen, und wir müssen bei unserem Online-Marketing darauf achten, dass der Kauf von Musik immer mit einem Klick zu erreichen ist".
Es entstehen bereits Branchenübergreifende Kooperationen. Zum Beispiel: Sony BMG hat für das Weihnachtgeschäft mit einem MP3-Player-Hersteller einen Player entworfen, der mit vorinstallierten „Kuschelrock“ Titeln in die Läden angeliefert wird. Warner Music verhandelt mit Vodafone, und AOL und bereitet eine Plattform wo SMS-Tones – Kurzversionen von Originaltiteln angeboten werden.
Die britische EMI organisierte in vergangenen Monaten mit T-Mobile eine UMTS Konzertübertragung – Robbie Williams Live in Germany.
Universal Music Chef Frank Briegmann teilte mit, dass sein Unternehmen einen Online-Portal vorbereitet, das auf der Philosophie Web 2.0 basieren soll. Schon jetzt werden wichtige Informationen gesammelt, und über Websites wie www.urban.de , www.jazzecho.de und www.vertigo.de , (die alle auch der Universal Music gehören), Kundenbindung gepflegt. Diese Plattformen werden von über sieben Millionen Besuchern pro Monat gelesen.
„Die Branche wartet natürlich auch darauf, dass Deutschland endlich zum digital hochgerüsteten Musterland wird. Mehr Haushalte mit Breitbandanschluss sowie mehr mobile Musik-Player und Multimedia-Handys versprechen bessere Geschäfte. Während etwa Sony BMG auf dem Weltmarkt schon 13 Prozent seiner Erlöse mit digitalen Geschäften macht, liegt der Anteil hierzulande erst im mittleren einstelligen Prozentbereich“ – So die Welt am 17.09.2006.
Quelle: Die Welt.

